Snowbikefestival Gstaad 19.-22.01.2017

Letzten Donnerstag machte ich mich, mit dem Camper, auf den Weg nach Gstaad. In Hinblick auf das Cape Epic  sah ich im Snowbikefestival eine gute Gelegenheit schon etwas Rennrhythmus auf dem Bike zu sammeln. Durch den Eventsponsor Meerendal, in wessen Team ich das Cape Epic bestreiten werde, kam es dazu, dass ich am Donnerstag am Start stand. Da ich noch keine Rennerfahrung im Schnee hatte, war ich betreffend Bikewahl etwas verunsichert. Zuerst bemühte ich mich um ein Fatbike, konnte aber keines auftreiben. So kam ich auf das Angebot von Crazy Velo Shop zurück- ein Scott Spark Plus Testbike auszuleihen – was sich schließlich bewährte. Nun aber der Reihe nach.

 

Prolog Gstaad

Ich kam ziemlich knapp in Gstaad an und begab mich vor dem Rennen noch kurz auf den Rundkurs von 2.5 km, auf welchem wir 3. Runden absolvieren durften. Durch den Sonneneinfluss  war der Schnee recht weich. Ich kam kaum vorwärts und das Bike machte, was es wollte. Um 15:39 galt es dann ernst und ich startete auf den Rundkurs. Wie schon bei der Besichtigung, hatte ich auch im Rennen reichlich Mühe in dem weichen Schnee vorwärts zu kommen. Ein Teil der Strecke war etwas festgepresster, wo ich  jeweils wieder Zeit gutmachen konnte.  Schlussendlich schloss ich den Prolog auf  dem 6. Rang ab.  

 

1. Etappe, Gstaad-Rougemont-Saanen-Chalberhöni-Eggli-Gstaad, 29.9km/786hm

Am Freitag Blick aus dem Camper: Wunderbar blauer Himmel und die Bergwelt im Hintergrund. Ich war top motiviert. Auf Empfehlung meines Trainers habe ich die Rolle mitgenommen und fuhr mich auf dieser etwas warm. Pünktlich um 10:30 fiel der Startschuss zur 1. Etappe. Das erste Teilstück war neutralisiert, dann eine kurzes Flachstück worauf ein längerer Anstieg folgte. Ich konnte mich von Beginn weg gut positionieren und fuhr als 2. Frau hinter Katrin Leumann in die Steigung. Im Wissen Esther Süss im Rücken zu haben, gab ich alles und konnte den 2. Rang bis zum Bergpreis behaupten. Danach ging es den Schlittelweg hinunter nach Gstaad, wo ich als 2. Frau ins Ziel fuhr. Im Gesamtklassement konnte ich somit auf den 3. Rang vorrücken und war sehr  zufrieden mit meiner Leistung.

 

2. Etappe, Gstaad-Eggli-Gstaad-Gsteig-Gstaad, 33.5km/945hm

Samstag wieder ein „Prachtstag“ in den Bergen. Was gibt es schöneres als sich bei solchen Bedingungen aktiv in der Natur zu bewegen! SRF fragte mich am Dienstag an, ob ich mich als Protagonistin für eine Reportage stellen würde – was ich fast nicht ablehnen konnte. Also besuchte mich der Journalist bereits am Morgen beim Aufwärmen im Aufenthaltsraum des Campingplatzes. Ich muss zugeben, die Kamera machte mich beinahe etwas nervöser als das Rennen ;) Ich versuchte aber, es so locker wie möglich zu nehmen. Wie schon am ersten Tag fuhr Katrin Leumann nach dem Start vorne weg und ich folgte in zweiter Position.  Im Anstieg kam Esther Süss von hinten, in einem Tempo welches ich nicht halten konnte. Kurz vor dem Bergpreis überholte mich auch noch Schneider Janine. Die Abfahrt erfolgte dann über eine gesperrte Skipiste runter ins Tal. Nicht ganz einfach aber sehr amüsant.  Ich hatte einige ungewollte Schneekontakte ;-) Schneitter Nathalie rauschte in der Abfahrt  an mir vorbei, fast gleichzeitig konnte ich aber Schneider Janine wieder einholen. So kam ich als 4. Frau unten an. In der Fläche fuhr ich wieder auf Nathalie auf. Ich schlug ein hohes Tempo an, Nathalie ließ sich jedoch nicht abhängen. Dies motivierte zusätzlich ins Ziel zu kämpfen, wo ich als 3. Frau, knapp vor Nathalie, über die Ziellinie fuhr und damit auch meinen 3. Gesamtrang verteidigen konnte.  Natürlich super fürs TV-Team, welches in Zielraum auf mich wartete ;)

 

3. Etappe, Gstaad-Turbach-Lauenen-Lauenensee-Lauenen-Gstaad, 34.5km/706hm

Hier muss ich zuerst etwas ausholen.... „What a Night“ meine Kalkulation betreffend Gasflasche ging leider nicht ganz auf. Nachdem um ca. 23:00 die Heizung im Camper ausstieg, wurde es zunehmend kälter. Irgendwann half alles Anziehen nicht mehr und ich begab mich mit meinen Duvet in den Aufenthaltsraum des Campingplatzes. Dieser war leider auch nicht geheizt, verfügte zumindest über einen kleinen Elektroofen. So war es  doch angenehmer als im Camper und ich kam noch zu etwas Schlaf. Um 07:30 begab ich mich wieder zum Camper - „Freeeeeeezing “ - Eiszapfen am Wasserhahn, meine Bidons eingefroren, nicht daran zu denken in die kalte Rennbekleidung zu schlüpfen. „Cool-Down“ ergab sich von selbst. Zum Glück reichte das Gas gerade noch für einen guten Kaffee aus meiner Bialetti Kanne. Eine Wohltat! Dazu das Müsli bei mittlerweile -11 Grad im Camper. Frisch gestärkt begab ich mich zur äußerst netten und hilfsbereiten Campingbetreiberin, welche mir glücklicherweise mit einer neuen Gasflasche und einem Elektroofen aushelfen konnte. Ich freute mich riesig auf das Aufwärmen auf der Rolle. Nach dem Einfahren war der Camper wieder wohnlich warm und ich konnte in die aufgewärmte Rennbekleidung schlüpfen. Ab an den Start. Nochmals die bestmögliche Leistung abrufen war meine Devise. Kurz nach Start folgte eine Steigung. Hielke Elferink ließ bei dieser Gelegenheit gleich alle Frauen stehen. Der Entscheid die letzte Etappe nicht mit dem Fatbike zu fahren, zahlte sich bei ihr wohl aus. Es kam, dass ich mit Katrin Leumann und Ester Süss zusammen fuhr. In einer Abfahrt steckten jedoch zuerst mein Vorderrad und darauf ich ungebremst Kopfvoran in den Schnee ein. „Aua“ kurzes Kopfschütteln und wieder aufs Bike. Ich kämpfe mich danach wieder zu Ester und Katrin vor, verbrauchte  jedoch einige Körner und lief am Anschlag. So kam es, dass ich in einer Kurve nochmals wegrutschte und stürzte. Zudem kam dann noch ein technisches Problem mit der Schaltung. Ich beschloss mein Tempo und auf sicherem Weg ins Ziel zu fahren, wo ich als 4. Frau ankam und meinen 3. Gesamtrang damit verteidigen konnte. Was mich sehr freute!!! Gewonnen hat das die letzte Etappe  verdient Hielke Elferink vor Katrin Leumann und Esther Süss. 

 

Hier ein herzliches Dankeschön an den Veranstalter für die super Organisation.  Hatte ich doch eine wunderbare Zeit in Gstaad J

 

Nun geht’s schon bald nach Südafrika ins Trainingslager, wo ich mir evtl. die -11 Grad im Camper zurückwünschen werde.....

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