Saisonausblick 2018 - LiveLifeFull

Dieser Saisonausblick ist absolut nicht ein Saisonausblick, welcher ich zu verfassen dachte. Der letzte Monat hat mich geprägt wie kein anderer in meinem ganzen Leben. Deshalb werde ich nicht „nur“ über sportliche Aspekte schreiben. Aber zuerst mal der Reihe nach. Nach dem letzten Rennen in Einsiedeln war ich froh um "off season" und genoss im Oktober einige schöne Wanderungen und gemütliche Biketouren. Schon bald einmal freute ich mich aber, am 1. November wieder mit dem Training zu beginnen. Manchmal kommt aber nicht alles wie geplant. Das man im Sport nur erfolgreich sein kann, meine persönliche Meinung, wenn es auch im privaten Umfeld stimmt und man einen freien Kopf hat, zieht nach sich, dass ich hier nun etwas persönlich werde…

 

Wie nah doch Glück und Leid manchmal beieinander liegen, habe ich Ende Oktober am eigenen Leib erfahren. Redenswendungen wie; Boden unter den Füssen verlieren, Herz aus der Brust gerissen und viele mehr gehen teils einfach über die Lippen. Jeder von uns hat sie schon ausgesprochen, ich sicher auch…. nun weiss ich, wie sie sich wort-wörtlich anfühlen. Kein Schmerz ist vergleichbar mit dem Schmerz,  wenn die Person die dich mit Liebe grossgezogen und für dich gesorgt hat, die dir am nächsten steht, die dich in- und auswendig kennt, die aus dem selben Holz geschnitzt ist, in der das gleiche Blut fliesst, bei welcher du einfach du bist, über die du nicht lange wütig sein kannst, die dich zum Lachen bringt, dich in den Arm nimmt wenn es nötig ist, die so manches Abenteuer mit dir teilte und noch teilen wollte und in jeder Lebenssituation hinter dir steht… wenn diese Person plötzlich unverhofft nicht mehr da ist.

 

Das letzte Oktoberwochenende verbrachte ich mit sensationellen Biketouren im Aostatal und war unendlich dankbar, so ein schönes Leben führen zu können. Zwei Tage später erhielt ich am Morgen die niederschmetternde Nachricht, dass mein Vater verstorben ist. Was dann kam war eine Zeit mit viel Tränen, tiefer Trauer, Wut, Schmerz, Selbstvorwürfen und vielen Fragen die ewig unbeantwortet bleiben. Ich muss lernen loszulassen und zu akzeptieren, dass mein Vater diesen Weg gewählt hat. Eine Aufgabe die mir enorm viel abfordert!

 

Nichts wird mehr sein wie vorher und mit ihm ist ein Teil von mir auch gestorben. Es bliebt eine Lücke die niemand schliessen kann, die ich aber mit schönen Erinnerungen füllen werde. Mein Vater war mein grösster Fan und von ihm bekam ich den "Velovirus" in die Wiege gelegt. So ist es für mich klar, dass ich meinen Vater weiterhin stolz machen will und auch in der Saison 2018 mein Bestes geben werde. Ich freue mich riesig, nächstes Jahr wieder am Cape Epic am Start zu stehen. Im April werde ich voraussichtlich nach Kroatien gehen und das 4island Stage Race fahren, da uns dieses Jahr, wetterbedingt, noch eine Insel verborgen blieb. Weiter werde ich die schweizer Marathon Serie fahren und dort um das Leadertrikot kämpfen. Ein neues Projekt steht zudem mit dem Alps Epic in Frankreich im Juli an. Im September strebe ich die Teilnahme an der Marathon WM in Italien an, was sich zwar leider unglücklich mit dem Swiss Epic kreuzt. Wie ihr sieht habe ich einiges vor, es ist noch nicht alles fix, aber an Plänen fehlt es nicht. Mittlerweile konnte ich das Training wieder aufnehmen, mit noch etwas Energiemangel aber viel Motivation.

 

Ohne die Unterstützung meiner Sponsoren, wäre es mir nicht möglich, meine Leidenschaft in diesem Rahmen auszuführen, deshalb bin ich sehr dankbar auch weiterhin auf meine bewährten Sponsoren zählen zu können.

 

Nun möchte ich nicht länger werden und wünsche euch bereits schöne Festtage. Geniesst das Leben in vollen Zügen und lasst euch drücken und gebt natürlich ordentlich Drücker aus. Der Sport kann einem sehr vieles geben… harte Zeiten wirst du aber nur durch wahre Freunde und eine liebe Familie überstehen. Ich schätze mich unglaublich glücklich auf solche zählen zu können.

 

Häbets guet u häbet Sorg!